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Ratgeber · Datenschutz & Recht

Datenschutz beim virtuellen Rundgang
Was Eigentümer wissen sollten

„Sieht dann jeder meine Wohnung im Internet?" — die häufigste Sorge vor der Aufnahme, und eine berechtigte Frage. Hier sind die Antworten aus unserer Praxis: wer den Rundgang sehen kann, was mit persönlichen Gegenständen passiert und was bei vermieteten Objekten gilt.

Stand: Juli 2026 · Lesezeit ca. 6 Minuten · Praxiswissen, keine Rechtsberatung

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein professioneller Rundgang ist nicht öffentlich auffindbar: Er ist nur über seinen Link erreichbar und wird gezielt an Interessenten gegeben.
  • Persönliches gehört nicht ins Bild: Fotos, Dokumente und Wertsachen vorab wegräumen — was übersehen wurde, wird retuschiert.
  • Vermietete Objekte: Die Aufnahme der Mieterwohnung findet nur in Abstimmung mit den Mietern statt — praktisch der wichtigste Punkt.
  • Nach dem Verkauf wird der Rundgang auf Wunsch vollständig gelöscht.

Wer kann den Rundgang überhaupt sehen?

Die Sorge „meine Wohnung steht dann für immer im Internet" beruht meist auf einem Missverständnis. Ein professionell gehosteter Rundgang ist kein öffentlicher Beitrag, sondern eine Seite, die nur über ihren Link erreichbar ist. Diesen Link geben Sie — oder Ihr Makler — gezielt weiter: im Portal-Inserat, per E-Mail an Interessenten, nicht mehr. Suchmaschinen listen die Tour nicht als eigenständiges Ergebnis, und wer den Link nicht hat, findet die Tour nicht.

Zwei Dinge sind trotzdem klar: Wer den Link hat, kann ihn weiterleiten — ein Inserat-Link ist also so „privat" wie das Inserat selbst. Und nach dem Ende der Vermarktung sollte die Tour offline gehen (dazu unten mehr).

Persönliche Gegenstände: die eigentliche Datenschutzfrage

Interessanter als die Wohnung selbst sind aus Datenschutzsicht die Dinge darin: Familienfotos, Post mit Namen und Adresse, Dokumente auf dem Schreibtisch, Medikamente im Bad, Kinderzeichnungen mit Namen. Im 360°-Bild kann jeder heranzoomen — deshalb gilt:

  • Vorab wegräumen ist immer die sauberste Lösung — unsere Checkliste führt Raum für Raum durch.
  • Retusche für alles, was beim Termin übersehen wurde: Fotos, Namensschilder, Bildschirminhalte lassen sich nachträglich unkenntlich machen.
  • Wertsachen gehören auch deshalb aus dem Bild, weil ein Rundgang Grundriss und Inhalt der Immobilie zeigt — was niemanden etwas angeht, kommt nicht ins Bild.

Vermietete Immobilien: ohne die Mieter geht es nicht

Der praktisch wichtigste Punkt: Die Mietwohnung ist die private Lebenswelt der Mieter. Eine Aufnahme findet dort nur in Abstimmung und mit Einverständnis der Bewohner statt — mit angekündigtem Termin und der Gelegenheit, Persönliches vorher wegzuräumen. Unsere Erfahrung: Mit einem klaren Termin, der weitergeleiteten Vorbereitungs-Checkliste und der Zusage, dass persönliche Gegenstände zurückhaltend behandelt und auf Wunsch retuschiert werden, sind die allermeisten Mieter kooperativ — gerade weil der Rundgang ihnen die Besichtigungswellen erspart.

Außenaufnahmen: Nachbarn, Autos, Passanten

Bei Außen-Aufnahmepunkten achten wir darauf, dass keine Personen im Bild sind und Kfz-Kennzeichen sowie einsehbare Nachbarbereiche unkenntlich gemacht werden, wo nötig. Der Rundgang zeigt Ihre Immobilie — nicht die Straße beim Nachbarn.

Löschung: Was passiert nach dem Verkauf?

Ein Rundgang hat einen Zweck — die Vermarktung — und mit dem Verkauf endet er. Bei uns läuft die Tour für die gebuchte Hosting-Laufzeit (1–6 Monate inklusive, verlängerbar) und wird danach oder jederzeit auf Zuruf vollständig gelöscht — inklusive der Rohdaten, wenn Sie das wünschen. Käufer übernehmen die Tour übrigens gelegentlich gern für Umzugsplanung oder Handwerker-Abstimmung; auch das entscheiden allein Sie.

Transparenz: Dieser Artikel gibt unsere Praxis-Erfahrung als Dienstleister wieder und ersetzt keine Rechtsberatung. Für individuelle rechtliche Fragen — etwa bei Konflikten mit Mietern — wenden Sie sich an eine Anwältin oder einen Anwalt für Miet- bzw. Datenschutzrecht.
Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Datenschutz & Recht

Ist mein Rundgang öffentlich im Internet auffindbar?

Nein — er ist nur über seinen Link erreichbar und wird gezielt weitergegeben (Inserat, E-Mail). Wer den Link nicht hat, findet die Tour nicht. Nach der Vermarktung wird sie auf Wunsch gelöscht.

Was passiert mit Familienfotos und Dokumenten im Bild?

Am besten vorab wegräumen — die Checkliste hilft dabei. Was beim Termin übersehen wurde, wird in der Nachbearbeitung retuschiert.

Darf ich meine vermietete Wohnung aufnehmen lassen?

Nur in Abstimmung mit den Mietern: angekündigter Termin, Gelegenheit zum Wegräumen, zurückhaltender Umgang mit deren Eigentum. Mit dieser Herangehensweise sind die meisten Mieter kooperativ. Im Konfliktfall gehört die Frage zum Anwalt.

Wie lange werden die Aufnahmen gespeichert?

Für die gebuchte Hosting-Laufzeit (1–6 Monate inklusive, verlängerbar). Danach — oder jederzeit auf Zuruf — löschen wir Tour und auf Wunsch auch die Rohdaten vollständig.

Diskret aufgenommen, sauber gehostet, auf Zuruf gelöscht

So gehen wir mit jedem Auftrag um — DSGVO-bewusst und ohne dass Sie sich um Technik kümmern müssen.

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